| dbpprop:abstract
|
- The Musso war was an armed conflict between the federation of the Three Leagues (Drei Bünde) in the Grisons, an associate state of the Old Swiss Confederacy, and the Duchy of Milan early in the 16th century. The Milanese reeve of Como, Gian Giacomo Medici, who resided on castle Musso, had been raiding the valley of Chiavenna since 1521, and in 1526 he even occupied the Valtellina, both subject territories of the Three Leagues. The Three Leagues managed to drive the Milanese forces back. In 1531, when another Milanese attack on the Valtellina occurred, the Three Leagues called the Old Swiss Confederacy for help, calling in duties of a defence alliance concluded earlier. The confederacy was at that time already entrapped in religious conflicts following the Reformation, and only the Protestant cantons supported the Three Leagues. In a peace treaty concluded the next year, Chiavenna and the Valtellina were granted to the Three Leagues; only three communes at the north end of Lake Como, the tre pievi, came under the supervision of Milan. The refusal of the Catholic cantons to support the Three Leagues in these skirmishes was taken by the Swiss canton of Zürich as the reason to start the second war of Kappel. The Catholic cantons would emerge victorious from that war and even gain the majority in the confederacy's federal assembly, the Tagsatzung, with far-reaching consequences for the confederacy.
- Die Müsserkriege zwischen dem Freistaat der Drei Bünde und dem Herzogtum Mailand dauerten von 1525 bis 1526 (Erster Müsserkrieg) bzw. 1531 bis 1532 (Zweiter Müsserkrieg). Der Zweite Müsserkrieg war der Anlass für den Zweiten Kappelerkrieg zwischen den reformierten und katholischen Orten der Alten Eidgenossenschaft. Die Drei Bünde befanden sich seit den Mailänderkriegen 1512 im Besitz des Veltlins, Chiavennas, Bormios und einer Gegend um den oberen Comer See, die unter der Bezeichnung tre pievi bekannt war. Das Herzogtum Mailand hielt jedoch seine Ansprüche auf diese Gebiete aufrecht, die zuvor zur mailändisch beherrschten Stadtrepublik Como gehört hatten. Nach der Niederlage der Eidgenossen bei Marignano 1515 erklärten sich die Gemeinden der Drei Pleven wieder als zu Mailand gehörig, was von den Bündnern jedoch nicht anerkannt wurde. Der Mailänder Statthalter von Como, Giovanni Giacomo Medici (bekannt als der «Müsser» oder «il Medeghino» der auf Burg Musso bei Dongo residierte, liess wegen diesen Streitigkeiten während Jahren Einfälle in das bündnerische Gebiet von Chiavenna durchführen, die er als Kreuzzug gegen die Ketzer, das heisst die Reformierten zu rechtfertigen suchte. Im Ersten Müsserkrieg 1525/26 besetzte Giovanni Giacomo Medici in einem Handstreich das Gebiet der tre pievi sowie die Burg Chiavenna. Als er auch noch eine bündnerische Gesandtschaft auf dem Rückweg von Mailand gefangen nahm, griffen die Bünde ein und konnten die Burg Chiavenna zurückerobern. Eine Rückeroberung der Burg Musso lag aber ausserhalb ihrer Möglichkeiten. Die Gefangenen konnten nur durch ein Lösegeld von 15 000 Kronen ausgelöst werden. Im Zweiten Müsserkrieg 1531/32 überfiel der «Müsser» erneut bündnerisches Gebiet und nahm den Ort Morbegno am Eingang zum Veltlin ein und liess Befestigungen anlegen. Die Drei Bünde rückten nun mit einem Heer um die 6000 Mann ins Veltlin vor Morbegno vor, wurden jedoch von der etwa 1000 Mann starken Besatzung zurückgeschlagen. Sie verloren um die 200 Männer, darunter den Anführer der Bergeller, Dietegen Salis. Die Drei Bünde riefen nun die verbündeten Eidgenossen zu Hilfe. Die fünf katholischen Orte verweigerten jedoch die Hilfeleistung, da sie den reformierten Bündnern misstrauten. Zürich, Bern, Glarus, das Toggenburg, der Thurgau, Solothurn, Freiburg im Üechtland, Basel, Schaffhausen und Appenzell entsandten schliesslich gegen 5000 Mann nach Chur. Die Truppen der Bündner und der Eidgenossen vereinigten sich anfangs April bei Chiavenna, nachdem die Bündner beim zweiten Versuch erfolgreich Morbegno gestürmt hatten. Giovanni Giacomo Medici konnte zu diesem Zeitpunkt wohl gegen 3000 Söldner zusammenbringen, die er über seine befestigten Plätze Lecco, Monguzzo und Musso verteilt hatte. Er verfügte auch über zahlreiche gut ausgerüstete Kriegsschiffe auf dem Comersee und dem Lago di Mezzola. An dessen oberen Ende erwarteten seine Truppe die Ankunft der Bündner und Eidgenossen in befestigten Stellungen bei La Riva. Am 14. April griffen die Eidgenossen an und überrannten die Schanzen von La Riva. Es fielen ihnen auch einige Schiffe in die Hände, so dass sie Geschütze, die von den Zürchern mitgeführt worden waren, nun gegen die Festungen des «Müssers» in den tre pievi eingesetzt werden konnten. Gravedona und Dongo fielen, nur die Burg Musso konnte nicht sofort eingenommen werden. Am 29. April begann die Belagerung des Sasso di Musso, der den Comer See beherrscht. Nach zehn Tagen konnten die Zürcher ihre Kanonen in eine vorteilhafte Position über der Festung legen, so dass eine Einnahme der Burg Musso in den Bereich des Möglichen rückte. In dieser Situation griff Herzog Francesco II. Sforza von Mailand ins Geschehen ein, da zu befürchten war, dass die Bündner und die Eidgenossen weite Gebiete am Comer See erobern könnten. Am 7. Mai wurde in Mailand deshalb zwischen den Eidgenossen und dem Herzog ein Vertrag unterzeichnet, der vorsah, dass der Herzog von Mailand selbst die Festung Musso zerstören und Giovanni Giacomo Medici aus seinem Gebiet entfernen sollte. Dafür würden die tre pievi an Mailand zurückfallen. Mailand anerkannte zudem den Besitzstand der Drei Bünde in Chiavenna, Veltlin und Bormio, zahlte weiter die Kriegskosten und übernahm 1200 Mann der Eidgenossen in seinen Sold. Darauf zogen die eidgenössischen und bündnerischen Truppen bis auf die 1200 Mann wieder aus den von ihnen besetzten Gebieten zwischen Porlezza und dem oberen Comer See ab. Die Unterwerfung des «Müssers» dauerte noch bis ins Frühjahr 1526. Bis zuletzt hielt er die Burg Musso und die befestigte Stadt Lecco, die er erst gegen eine grosse Geldsumme und im Tausch gegen ein grosses Anwesen bei Marignano schliesslich Mailand überliess. Die Burg Musso wurde darauf gemäss dem Vertrag von Mailand zerstört. Giovanni Giacomo Medici zog an den Hof Kaiser Karls V. stellte sich als Feldherr in dessen Dienste. Er starb am 8. November 1555 und liegt im Dom von Mailand begraben. Die Verweigerung der Hilfeleistung der katholischen Kantone gab in der Eidgenossenschaft Anlass zu weiteren Streitigkeiten zwischen den reformierten und den katholischen Kantonen und mündete in den Zweiten Kappelerkrieg. Siehe auch: Geschichte der Schweiz, Liste von Schweizer Schlachten, Ursula
|