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- Der Begriff Lekianoba bezeichnet eine Serie kriegerischer Überfälle, von Plünderungen und Feldzügen einiger Bewohner Dagestans nach Transkaukasien, besonders ins östliche Georgien und ins nördliche Aserbaidschan vom 16. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Begriff Lekianoba kommt aus dem Georgischen und leitet sich vom alten geografischen Namen Leki für Dagestan ab, ergänzt um das Attributiv-Suffix -anoba. Leki war im Mittelalter ein vorwiegend von dagestanischen Laken, Lesgiern und Darginern bewohntes Reich. Neben diesen Völkern waren auch Awaren und einige kleinere Volksgruppen Dagestans beteiligt. Die Angriffe begannen sporadisch nach dem Zerfall des Königreich Georgiens, wobei die Dagestaner die militärische Schwäche der zahlreichen, untereinander verfeindeten Nachfolgefürstentümer in Georgien und Aserbaidschan nutzten. Nach dem Zusammenbruch des persischen Safawidenreiches 1722, das zuvor die Oberhoheit über Aserbaidschan und Ostgeorgien innehatte, wurden sie im 18. Jahrhundert wesentlich häufiger und es beteiligten sich mehr dagestanische Krieger. Zeitweilig zahlten mehrere aserbaidschanische Khanate und georgische Königreiche den dagestanischen Fürsten und Stämmen Tribute, um von der Lekianoba verschont zu werden, oder um Geiseln auszulösen. Bedeutsam war in dieser Zeit auch der Sklavenhandel in ganz Kaukasien und überhaupt in weiten Teilen der Welt. In dieses einträgliche Geschäft war besonders das Fürstengeschlecht Megreliens, Dadiani verwickelt, es trat als Zwischenhändler auf und war vertraglich im Stande, jährlich bis zu 15.000 Knaben an die Hohe Pforte zu verkaufen, andere Adelsgeschlechter verkauften leibeigene Bauern, junge Frauen und Kriegsgefangene, um Waren und Waffen bezahlen zu können. Für die Lekianoba gab es mehrere Ursachen. Einerseits dienten sie der Bereicherung der wenig wohlhabenden und kriegerischen Bergbewohner Dagestans. Andererseits gründeten besonders in der Spätzeit vor allen Lesgier neue Dörfer in ganz Aserbaidschan, was als Indiz zu werten ist, dass Dagestan überbevölkert war. Die Bewohner des östlichen und südöstlichen Teiles des Berglandes von Dagestan leben, im Gegensatz zum übrigen Kaukasus, in relativ trockenem Klima und auf wenig fruchtbaren Böden, weshalb sie sich nur wenig durch Ackerbau ernähren konnten. Diesen Nachteil kompensierten sie seit langem durch extensivere Viehhaltung, durch Kunsthandwerk (Goldschmiede- und Schmiedearbeiten, Lederarbeiten und Kürschnerei, Töpferei und Glasurmalerei), durch den Handel mit diesen Erzeugnissen und bis ins 19. Jahrhundert eben auch gelegentlich durch die "Erträge" der Lekianoba. Dieses Grundproblem wurde im 20. Jahrhundert durch die kaiserlich russische, besonders aber durch die sowjetische Verwaltung Dagestans behoben, die Teilen der dagestanischen Bergbevölkerung Siedlungsgebiete im dagestanischen Vorgebirgsland zuwiesen, was nach dem Zerfall der Sowjetunion auch zu Protesten nationalistischer Gruppen der vorher dort unter sich lebenden Kumyken führte. Heute leben die meisten Dagestanis ohnehin in Städten. Die Lekianoba war der Anlass für die vorübergehende Eroberung Dagestans durch den persischen Herrscher Nadir Schah. Anfang des 19. Jahrhunderts war sie auch als wichtiger Anlass für die langwierige Eroberung des Kaukasus, zu dem auch das Bergland von Dagestan gehört, im Kaukasuskrieg (1817–1864). Ein weiterer Anlass waren weitere Kriegszüge einiger mit dem expandierenden Kaiserreich Russland und seinen Kosaken verfeindeten Tscherkessen und Tschetschenen gegen das nun russische Nordkaukasien. Ostgeorgien und Aserbaidschan waren bereits 1801 von Russland annektiert worden, weshalb auch die russische Verwaltung mit der Lekianoba konfrontiert wurde. Allerdings waren auch strategische Überlegungen zur russischen Sicherung der neuen Besitzungen eine Ursache dieses Krieges.
- Lekianoba was the name given to sporadic forays and marauds by Dagestan clansmen into Georgia from 16th to 19th centuries. The term is derived from Leki, by which the Georgians knew Dagestani peoples, with the suffix –anoba which designates attribution. The attacks from Dagestan began with the disintegration of the Georgian kingdom and the subsequent decline of its successor states in the incessant defence warfare against the Persian and Ottoman empires. In the late 16th century, part of Georgian marchlands in the Kakhetian kingdom, later known as Saingilo, was given by the Persian shah Abbas I to his Dagestani allies creating thus a base for subsequent invasions. Though chiefly of small scale, these assaults were too frequent to be rather devastating to the fragmentised country, with the marauders taking hostages and pillaging the borderline settlements. From time to time, these attacks evolved into major military operations involving thousands of troops and conducted by the Dagestan feudal warlords often in alliance with either Persians or Ottomans. Kakheti and Kartli were the two eastern Georgian kingdoms most suffered. Often taken in surprise, the Georgians failed to build up an effective defence mechanism against Lekianoba due largely to the permanent internal wars and rivalry among the Georgian polities. Furthermore, the Dagestani mercenaries were frequently used by rival Georgian kings and princes against each other. In the early 1720s, the Georgian king Vakhtang VI intensified his efforts to counter the Dagestan inroads. In 1722, he decided to join his forces with the Russian tsar Peter I and mobilised a large army to campaign against the Dagestanis and their major ally, the Persian Empire. Peter, however, soon made peace with the Persians that forced Vakhtang to recall his troops. Soon Georgia’s independence finally collapsed under the Ottoman and Persian aggression for over the two subsequent decades giving the Dagestani tribesmen more chances to attack. In 1744, Teimuraz II and his son, Erekle II, revived the kingdoms of Kartli and Kakheti and joined their forces to check the Dagestani assaults. From 1750 to 1755, they thrice successfully repulsed a large coalition of the Degestani clans led by the Avary khan Nursal Bek. In 1774, Erekle II created a special military force which initially served an effective instrumental against the Dagestani marauds. However, facing an internal crisis in his kingdom, Erekle was unable to finally eliminate the threats from the Caucasian mountaineers. In 1785 and 1787 the Avary khan Omar twice attacked Kakheti leaving several border villages in ruins. Beginning in 1801, with the annexation of Georgia by the Russian Empire, the Dagestani inroads weakened significantly. During the Caucasian Wars, the Dagestani imam Shamil invaded the Kakhetian marches in 1854, an attack largely considered the last incident of Lekianoba.
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